Rumänien: Zwischen Iezer-Păpușa, Piatra-Craiului und Făgăraș

Ich war lange unsicher, ob ich einen Bericht über meine Reise nach Rumänien anlegen sollte. Nicht, weil mir das Land nicht gefallen hätte. Im Gegenteil, ich war sehr begeistert von Rumänien als Wander- und Reiseziel und kann es jedem nur wärmstens empfehlen. Nein, ich war unsicher, weil wir unsere Tour leider nicht wie geplant umsetzen konnten. Wir wollten von Plaiul Foii über das Iezer-Păpușa ins Făgăraș-Gebirge laufen. Doch es kam anders als geplant. Diesen Bericht schreibe ich als Beispiel dafür, wie mehrere kleine Faktoren zum Abbruch einer Tour führen können. Und zugleich schreibe ich ihn als Plädoyer dafür, dieses aufregende Land zu erkunden.

Wir waren am Wochenende angereist und hatten uns im wunderschönen Brașov getroffen. Am Montag wollten wir noch schnell Gas kaufen, bevor uns der Zug nach Zărnești und von dort eines der angeblich leicht zu findenden Taxis nach Plaiul Foii bringen sollte. Doch der Trekkingladen öffnete später als gedacht und ein Taxi in Zărnești aufzutreiben erwies sich als Herausforderung. So war es bereits weit nach Mittag, als wir von Plaiul Foii aufbrachen, und uns erst einmal verliefen. Als wir endlich den Pass Curmatura Foii erreichten, trafen wir dort zwei rumänische Wanderer, die uns eindringlich davon abrieten, den geplanten Weg (Gelbes Dreieck) ins Valea Dambovitei zu nehmen. Zudem hatten sie noch einige Horrorgeschichten von aggresiven Bären auf Lager, so dass wir uns nach kurzem Nachdenken entschlossen, hier nicht zu zelten, sondern zur Cabana Garofita Pietrei Craiului zu laufen. Diese urige Cabana zog uns sofort in den Bann und die netten Gespräche beim Lagerfeuer taten ihr übriges dazu, dass wir uns dort sehr wohl fühlten.

Frischen Mutes wollten wir am nächsten Tag einen neuen Anlauf hinaus aufs Iezer-Păpușa wagen, doch leider fanden wir den Weg nicht. Eine großflächige Waldrodung hatte ihm scheinbar den Gar ausgemacht. Also kehrten wir um und entschieden uns, nun doch über den mit einem gelben Dreieck markierten Weg zurück nach Plaiul Foii zu laufen. Der Weg erwies sich wirklich als recht herausfordernd und sehr schlecht gepflegt. Ein halbherziger Versuch am nächsten Tag, doch noch ins Făgăraș zu laufen, wurde durch ein Gewitter unterbunden. Schweren Herzens nahmen wir von unseren Tourenplänen abstand. So mischt sich zu meiner Begeisterung für dieses Land auch immer die Enttäuschung über die missglückte Tour und der Wunsch, möglichst bald einen neuen Anlauf in dem Land zu starten.

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